Dohle (Corvus monedula)

Verhaltensforscher und Nobelpreisträger Konrad Lorenz zeigte sich fasziniert von der Lernfähigkeit der Dohlen. Sie zählen sicherlich zu den intelligentesten Vögeln überhaupt, war das Resümee seiner Erforschung über die Dohle.

Seit kurzen hat ein Dohlen-Paar den Schleiereulenbrutkasten im Turm der Jesinger Petruskirche bezogen. Die Dohle aus der Familie der Rabenvögel ist eine Singvogelart. Unter den Raben und Krähen ist sie einer der kleinsten Vertreter. Auffällig an ihrem äußeren Erscheinungsbild ist neben dem schwarz-grauen Gefieder ihr stämmiger Schnabel und die hellblauen Augen. Akustisch machen die Dohlen mit einem kräftiges „kjakk“ auf sich aufmerksam, mit diesem Stimmlaut  halten die gesellig lebenden Vögel Kontakt untereinander. Ihr Nahrungsspektrum umfasst vornehmlich Larven, Schnecken und Würmern aber auch Sämereien.

Als Höhlen- und Nischenbrüter sind sie vor allem auf Felshöhlen, Baumhöhlen (Schwarzspecht-Höhlen) angewiesen. In Städten und Dörfern sind sie dagegen auf Mauerlöcher, Nischen und Spalten von Kirchtürmen oder höheren Gebäuden angewiesen. Leider gingen sehr viele dieser Brutmöglichkeiten für Dohlen verloren, was zu einem starken Rückgang dieser Vogelart führte. Umso erfreulicher ist daher, dass die Dohle nun den Brutplatz im Kirchturm bezogen hat. Anhand wissenschaftlicher Untersuchungen leben Dohlen-Paare in Dauerehe und sind fast immer zusammen zu sehen. Es findet eine Jahresbrut statt. Das Gelege umfasst drei bis sechs Eier, die vom Weibchen ausgebrütet werden. Nach dem Ausschlüpfen der Nestlinge werden diese von beiden Eltern gefüttert.

Hoffentlich findet Dohlen-Paar ihr neues Zuhause ideal und kann ungestört erfolgreich zur Brut schreiten!

Karl Stolz