Fotoausstellung "endlich unendlich"

Eine ungewöhnliche Fotoausstellung mit Bildern von Thomas Burmeister zum Thema Tod und Ewigkeit. Am 24. und 30.11.2013 in der Petruskirche in Jesingen.

Es kommt ein Schiff geladen…

1. Es kommt ein Schiff,

geladen bis an sein' höchsten Bord,

trägt Gottes Sohn voll Gnaden,

des Vaters ewig's Wort.

 

2. Das Schiff geht still im Triebe,

es trägt ein’ teure Last;

das Segel ist die Liebe,

der Heilig’ Geist der Mast.

 

3. Der Anker haft' auf Erden,

da ist das Schiff am Land.

Das Wort tut Fleisch uns werden,

der Sohn ist uns gesandt.

 

4. Zu Bethlehem geboren

im Stall ein Kindelein,

gibt sich für uns verloren;

gelobet muß es sein.

 

5. Und wer dies Kind mit Freuden

umfangen, küssen will,

muß vorher mit ihm leiden

groß’ Pein und Marter viel,

 

6. danach mit ihm auch sterben

und geistlich aufersteh’n,

ewig’s Leben zu erben,

wie an ihm ist gescheh’n.


Es kommt ein Schiff geladen…

Wenn ich am Ende bin,

am Ende von meinem Weg,

dann wird es da sein, dieses Schiff.

Dann wird ER da sein,

der Grund zur Hoffnung.

 

Einst war das Vorgebirge an der Südspitze Afrikas die äußerste Grenze für die Schifffahrt. Es war der Schrecken der Seefahrer. Man nannte es das »Kap der Stürme«. Da wagte es ein kühner Seefahrer, das Kap zu umsegeln: Er hatte den Seeweg nach Indien entdeckt und seinem Land die Schätze dieser Wunderwelt aufgeschlossen. Als sein König das hörte, rief er aus: »Nun soll es nicht mehr das "Kap der Stürme", sondern das "Kap der Guten Hoffnung" heißen!«

Auf der großen Fahrt zur Ewigkeit, auf der wir uns befinden, gibt es auch so ein gefürchtetes Vorgebirge. Das ist der Tod. Wie fürchten sich die Leute vor dem Tod! Und mit Recht! Wie viele sind schon an diesem Vorgebirge, an diesem »Kap der Stürme«, elend zugrunde gegangen, verloren auf ewig! Aber seitdem Jesus dieses Vorgebirge umsegelt hat, seitdem er dem Tod die Macht genommen und Leben und Unvergänglichkeit ans Licht gebracht hat, ist es kein »Kap der Stürme« mehr, sondern ein »Kap der Guten Hoffnung«. Nehmen wir Jesus in unser Schiff, geben wir ihm das Steuer in die Hand, dann bringt er uns an diesem Kap vorbei in den Hafen der Ewigkeit - und die Schätze des Himmelreiches gehören uns.

Ernst Modersohn


Stufen
Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.
Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.
Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden...
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!
                                Hermann Hesse

HERR, lehre mich doch, / dass es ein Ende mit mir haben muss und mein Leben ein Ziel hat und ich davonmuss. Psalm 39,5

Gebet von einem, dessen Lebensfaden am Ende scheint

Dies ist das Lied Hiskias, des Königs von Juda, als er krank gewesen war:

Ich sprach: Nun muss ich zu des Totenreiches Pforten fahren in der Mitte meines Lebens, da ich doch gedachte, noch länger zu leben.

Ich sprach: Nun werde ich den HERRN nicht mehr schauen im Lande der Lebendigen, nun werde ich die Menschen nicht mehr sehen mit denen, die auf der Welt sind.

Meine Hütte ist abgebrochen und über mir weggenommen wie eines Hirten Zelt.

Zu Ende gewebt hab ich mein Leben wie ein Weber;

er schneidet mich ab vom Faden.

Tag und Nacht gibst du mich preis;

bis zum Morgen schreie ich um Hilfe; aber er zerbricht mir alle meine Knochen wie ein Löwe;

Tag und Nacht gibst du mich preis. (Jes. 38,9-13)

 

Wenn wir unser Leben abgespult haben,

wenn unser Lebensfaden am Ende ist,

wenn alles aus scheint, dann ist

noch lange nicht aller Tage Abend:

 

Denn du wirst mich nicht dem Tod überlassen und nicht zugeben, dass dein Heiliger die Verwesung sehe.

Darum ist mein Herz fröhlich, und meine Zunge frohlockt; auch mein Leib wird ruhen in Hoffnung. (Apostelgeschichte 2,27+26)

Zeit, dass sich was dreht

Es kommt die Zeit,

in der die Zahnräder

unserer Lebensuhr

nicht mehr ineinander greifen.

Nicht mehr alles reibungslos läuft.

Es kommt die Zeit

des Stillstands.

Zum Glück ist da der,

der am Rad dreht

- am großen.

ER macht,

dass sich was dreht,

im Tod.

Festhalten

Festhalten wollen wir,

loslassen ist schwer.

"Tot ist nur, wer vergessen wird!"

so der Trost, der nicht tröstet;

denn wir vergessen schnell

und sind schnell vergessen.

Und mancher denkt:

"Den kannst du vergessen!"

Da muss schon eine Pyramide her,

um das Vergessen zu vergessen

- aber auch sie steht nicht ewig.

Festhalten wollen wir.

Festgehalten werden wollen wir.

Und wir werden's.

 

Lasst uns festhalten an dem Bekenntnis der Hoffnung und nicht wanken; denn er ist treu, der sie verheißen hat. (Hebräer 10,23)